Für seinen Torjubel beim Merseyside Derby am vergangenen Sonntag muss Trainer Jürgen Klopp eine 9.000 Euro Strafe an die Football Association zahlen. Klopp nimmt die Strafe aber gelassen hin.

Beim Spiel gegen den Lokalrivalen Everton FC brachte Divock Origi mit seinem bizarrem Siegtreffer in der 96. Minute die Anfield Road zum Erbeben. Es hielt keinen der anwesenden Reds im Stadion auf den Sitzen, auch nicht Jürgen Klopp. Dieser rannte beim Torjubel im Vollsprint auf das Spielfeld und gab Alisson einer seiner berüchtigten Umarmungen mit auf dem Weg. Danach machte er sich wieder auf dem Rückweg zur Trainerbank und feierte mit seinen Kollegen den Treffer nochmal ausgiebig.

Eine verständliche Reaktion auf einen Last-Minute Siegtreffer in einem doch recht ausgeglichenen Derbyspiel möchte man meinen. Für die F.A. scheinen Emotionen im Fußball aber fremd zu sein. Der Verband brummte dem deutschen Trainer am Dienstag eine Geldstrafe in Höhe von 9.000 Euro, umgerechnet 8.000 Pfund, auf. Grund dafür ist das Verlassen der Coaching Zone und das unerlaubte Betreten des Spielfeldes. Vor dem Urteil wurde darüber spekuliert, ob Klopp nicht sogar eine Sperre für ein bis zwei Spiele bekommt.

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Dem war am Ende nicht so: Trotzdem löst diese Entscheidung in der Fanszene kollektives Kopfschütteln aus. Bei einem Derby sind schließlich unglaublich viele Emotionen im Spiel und alle Hoffnungen der halben Stadt liegen auf dem Trainer und seine Mannschaft. Da ist ein ausgelassener Jubel doch eine normale Reaktion auf diesen so wichtigen Sieg.

Jürgen Klopp: „Ich habe kein Problem mit der Strafe“

Jürgen Klopp sieht das aber nicht so eng an und akzeptiert die Strafe der F.A. In der Pressekonferenz vor dem nächsten Premier League Spiel gegen den Burnley FC äußerte er sich nochmal zu dem Jubel und der aufgesetzten Strafzahlung: „Es ist völlig OK, um ehrlich zu sein. Ich konnte es offensichtlich nicht vermeiden, aber was wäre, wenn es alle Trainer jede Woche machen würden? Dafür sind die Regeln da und wenn du diese brichst, dann wirst du dafür bestraft. Ich habe damit überhaupt kein Problem. Ich denke es ist vollkommen normal.“

In Deutschland legte Klopp als Trainer des 1.FSV Mainz 05 einen ähnlichen Jubel beim entscheidenden Aufstiegspiel in die Bundesliga hin. „Das letzte Mal habe ich sowas ähnliches vor 14 Jahren gemacht. Heute in 14 Jahren werde ich nicht mehr so schnell sein Für diesen Vorfall wurde er nicht bestraft. Also wird alles gut“

Zu dem Vorfall am Wochenende ergänzte er noch: „Ich wollte es nicht machen. Jetzt kann ich sagen, dass es nie wieder passieren wird, da ich es nicht mehr auf dem Schirm hatte, dass für mich sowas noch möglich ist. Es ist wirklich lange her seit ich auf diese Weise gejubelt habe. In diesem Moment, war es etwas Besonderes und es passierte einfach.“

„Ich hatte nie ein Problem damit, dafür eine Strafe zu zahlen. Ebenso hab ich kein Problem damit, wie wir alle, Fehler zu machen. Normalerweise lerne ich daraus, zumindest längerfristig. So schnell wird so eine Aktion bei mir nicht mehr vorkommen.“

Richard Köppe
Verliebte sich 2005 in einem Bed & Breakfast in Bishops Strotford in den Liverpool FC. Seitdem verpasst er so gut wie kein Spiel der Reds. Findet, es sollte mehr Spielertypen wie James Milner geben und wird manchmal mit Philippe Coutinho verwechselt.