Sieben Spieltage vor Saisonende steht der Liverpool FC an der Spitze der Premier League. Titelverteidiger Manchester City hat zwar noch ein Spiel mehr in der Hinterhand, dennoch haben die Reds erstmals seit 2014 wieder die Chance auf den ersten Meistertitel seit 29 Jahren. Aus diesem Grund haben wir uns die letzten zwei Saisons, in denen der LFC bis zum Schluss um den Titel kämpfte noch einmal genau angesehen. In Teil eins schauen wir zunächst auf den Saisonverlauf bis zum jetztigen Zeitpunkt Ende März.

2008/2009:

MANCHESTER, UNITED KINGDOM – MARCH 14: Fabio Aurelio of Liverpool celebrates scoring his team’s third goal with his team mates during the Barclays Premier League match between Manchester United and Liverpool at Old Trafford on March 14, 2009 in Manchester, England. (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

Das von Rafa Benitez trainierte Team startete vielversprechend in die Saison und gewann acht der ersten zehn Spiele. Man stand zu diesem Zeitpunkt an der Tabellenspitze. Nach einer Niederlage gegen Tottenham gab man den Platz an der Sonne an Chelsea ab, doch die Reds blieben den Rest des Kalenderjahres ungeschlagen. Zum Jahreswechsel stand man drei Punkte vor Chelsea und sieben Punkte vor Man United (die allerdings zwei Spiele weniger bestritten hatten).

Die ersten zwei Monate des neuen Jahres verliefen alles andere als optimal. In sieben Premier League Spielen gab es lediglich zwei Siege und am 27. Spieltag folgte die zweite Saisonniederlage in Middlesbrough. United übernahm die Tabellenspitze und Liverpool rutschte hinter Chelsea auf Rang drei ab. Im März fing sich die Mannschaft wieder und machte das Meisterschaftsrennen mit einem unvergessenen 4:1-Erfolg in Old Trafford wieder spannend. Nach dem 31. Spieltag trennte die großen Rivalen des englischen Fußballs lediglich ein Punkt, United hatte aber noch ein Spiel in der Hinterhand.

Aus den nationalen Pokalwettbewerben verabschiedete sich Liverpool in diesem Jahr recht früh. Im FA schied man Anfang Februar gegen Everton aus, im League Cup war in der vierten Runde gegen Tottenham Schluss. International lief es bedeutend besser. In der Vorrunde der Champions League setzten sich die Reds vor Atletico Madrid, Olympique Marseille und dem PSV Eindhoven durch. Im Achtelfinale konnte man Real Madrid (unter anderem mit einem legendären 4:0 in Anfield) ausschalten und im Viertelfinale wartete Dauerrivale Chelsea.

2013/2014:

LIVERPOOL, ENGLAND – JANUARY 28: Steven Gerrard of Liverpool celebrates after scoring the opening goal during the Barclays Premier League match between Liverpool and Everton at Anfield on January 28, 2014 in Liverpool, England. (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

Die Saison 2013/14 startete für den LFC unspektakulär, aber erfolgreich. Die ersten drei Saisonspiele konnten mit 1:0 gewonnen werden und die Reds belegten nach vier Spieltagen Platz eins der Tabelle. Mit der Heimniederlage gegen Southampton begann dann eine Saisonphase, die von Unbeständigkeit geprägt war. Das Team von Brendan Rodgers hielt sich in der Spitzengruppe, pendelte aber bis kurz vor Weihnachten zwischen Platz zwei und vier. Mit einem 3:1 über Cardiff City übernahm man kurz vor Weihnachten erneut die Tabellenführung.

Es folgten zwei bittere Niederlagen zwischen Weihnachten und Silvester. Zuerst unterlag man Manchester City auswärts mit 1:2, drei Tage später verließ man die Stamford Bridge mit dem gleichen Resultat. Wie eng es an der Tabellenspitze zuging, zeigte die Tatsache, dass Liverpool an zwei Spieltagen von Platz eins auf Platz fünf abrutschte. Die Formkrise konnte jedoch schnell überwunden werden. Abgesehen von zwei Remis gegen Aston Villa und West Brom eilte die Mannschaft nun von Sieg zu Sieg. Bis zum 31. Spieltag kristallisierte sich an der Spitze ein Dreikampf zwischen den Reds, Manchester City und Chelsea heraus. Die Blues führten die Tabelle zu diesem Zeitpunkt einen Punkt vor dem LFC und drei Punkte vor City an, Manchester hatte allerdings noch zwei Spiele weniger auf dem Konto.

Die international in dieser Saison nicht vertretenen Reds konnten sich zu diesem Zeitpunkt voll auf die Liga konzentrieren. Im FA Cup war man in der fünften Runde an Arsenal gescheitert, während man im League Cup in der dritten Runde bei Manchester United die Segel strich.

2018/2019:

LIVERPOOL, ENGLAND – DECEMBER 02: Divock Origi of Liverpool celebrates after scoring his team’s first goal during the Premier League match between Liverpool FC and Everton FC at Anfield on December 2, 2018 in Liverpool, United Kingdom. (Photo by Clive Brunskill/Getty Images)

Nimmt man nur die Punktausbeute zum Maßstab, so spielt der LFC derzeit die beste Saison der Vereinsgeschichte. Jürgen Klopps Mannen starteten mit sechs Siegen in die Saison und bis zum Jahreswechsel musste das Team lediglich drei Unentschieden (gegen Chelsea, Arsenal und Man City) hinnehmen. Zum Jahreswechsel betrug der Vorsprung auf Titelverteidiger City sieben Punkte. Besonders im Gedächtnis bleiben wird vielen Fans sicher der Last-Minute-Sieg im Derby gegen Everton durch den Treffer von Divock Origi.

Die Guardiola-Truppe konnte den Rückstand am 3. Januar verkürzen, als sie den Reds die bisher einzige Ligapleite der Saison beibrachte. Durch eine leichte Schwächephase und vier Remis aus sechs Spielen gab Liverpool die Tabellenspitze Anfang März an den Kontrahenten aus der verbotenen Stadt ab.

Auch in der aktuellen Saison lief es in den Pokalwettbewerben nicht allzu gut für den LFC. Im FA Cup war Anfang Januar gegen Wolverhampton Schluss. Im League Cup verlor man zuhause 1:2 gegen Chelsea. Besser läuft es in der Champions League. Aus der schweren Gruppe mit Paris Saint-Germain, dem SSC Neapel und Roter Stern Belgrad ging das Team als Zweiter hervor. Im Achtelfinale schalteten die Jungs den deutschen Rekordmeister Bayern München aus, nun wartet im Viertelfinale der FC Porto.

Im zweiten Teil der Serie lest ihr, wie die Teams von damals aufgebaut waren und welche Vergleiche sich zum aktuellen Kader ziehen lassen.