Here we go again! Die magische Anfield-Nacht gegen Barcelona bescherte dem Liverpool FC das zweite Champions-League-Finale in Folge. In Madrid treffen die Reds am Samstag auf die Tottenham Hotspur und greifen nach dem sechsten Titel in Europas Königsklasse.

Nach gefühlt endlosen drei Wochen Wartezeit ist es morgen endlich soweit: das Finale der Champions League zwischen dem Liverpool FC und den Tottenham Hotspur wird angepfiffen. Beide Teams sind ausgeruht, größtenteils gesund und heiß auf das größte Spiel, das es auf Clubebene gibt.

Liverpool manager Jurgen Klopp takes part in a press conference at the Melwood Training ground in Liverpool, northwest England on May 28, 2019. (Photo by Anthony Devlin / AFP) (Photo credit should read ANTHONY DEVLIN/AFP/Getty Images)

Die lange Pause seit dem letzten Ligaspiel gegen Wolverhampton sieht LFC-Coach Jürgen Klopp dabei nicht als Nachteil. „Es ist nicht negativ, denn beide Mannschaften hatten die gleiche Vorbereitungszeit“, erklärte er am Dienstag in seiner Pressekonferenz in Melwood. „Für Tottenham war die Pause sicher gut, sie hatten einige Verletzungen. Aber auch uns hat sie geholfen, gerade im Hinblick auf Bobby (Firmino).“

Firmino wahrscheinlich startklar

Der Brasilianer hatte die letzten drei Spiele mit einer Muskelverletzung verpasst, laut Klopp ist diese aber mittlerweile ausgestanden. Erwartungsgemäß nicht reichen wird es für Naby Keita, der sich im Halbfinal-Hinspiel in Barcelona eine Leistenzerrung zugezogen hatte.

Liverpool’s Brazilian midfielder Roberto Firmino takes part in a training session at the Melwood Training ground in Liverpool, northwest England on May 28, 2019. (Photo by Anthony Devlin / AFP) (Photo credit should read ANTHONY DEVLIN/AFP/Getty Images)

Mit fast der kompletten Mannschaft an Bord sieht der Trainer keinen Grund, große Veränderungen an seinem Team vorzunehmen. „Wir müssen nichts ändern. Wir wissen, dass Tottenham verschiedene Systeme spielen kann, aber darauf können wir reagieren.“

Die Mannschaft des LFC könnte dementsprechend so aussehen:

Alisson; Alexander-Arnold, Matip, van Dijk, Robertson; Fabinho, Henderson, Wijnaldum; Salah, Firmino, Mané

Mit Divock Origi, James Milner oder Xherdan Shaqiri hätte Klopp somit noch wertvolle Spieler auf der Bank, die dem Spiel im Notfall eine positive Wende geben könnten.

Fragezeichen hinter Harry Kane

Auf Seiten der Spurs lautete die bange Frage im Vorfeld, ob Stürmerstar Harry Kane rechtzeitig gesund wird. Der Kapitän der englischen Nationalelfverpasste die Endphase der Saison mit einer Knöchelverletzung. Spurs-Coach Mauricio Pochettino wollte sich in seiner Pressekonferenz zum Finale noch nicht festnageln lassen, ob Kane zum Einsatz kommt.

LONDON, ENGLAND – SEPTEMBER 15: Naby Keita of Liverpool (L) is challenged by Harry Kane of Tottenham Hotspur during the Premier League match between Tottenham Hotspur and Liverpool FC at Wembley Stadium on September 15, 2018 in London, United Kingdom. (Photo by Julian Finney/Getty Images)

„Ich kann nicht zu 100 Prozent sagen, ob er fit, auf der Bank oder gar nicht dabei sein wird. Aber wir sind sehr zufrieden mit seinen Fortschritten. Das gilt auch für Harry Winks, Jan Vertonghen und Davinson Sanchez“, erklärte der Argentinier.

In den beiden Premier-League-Duellen gegen den LFC spielte Tottenham einmal mit Dreier- und einmal mit Viererkette. Sollte sich der Trainer für zweiteres entscheiden und alle Spieler fit werden, könnte seine Startelf folgendermaßen aussehen:

Lloris; Trippier, Alderweireld, Vertonghen, Rose; Sissoko, Alli, Eriksen; Moura, Kane, Son

Lest hier die ausführliche Analyse über den Gegner Tottenham Hotspur

Liverpools Weg ins Finale: das Wunder von Anfield überstrahlt alles

Betrachtet man den Weg der beiden Mannschaften ins Finale, so finden sich einige Parallelen. Liverpool traf in einer schweren Vorrundengruppe auf Paris Saint-Germain, den SSC Neapel und Roter Stern Belgrad. Nach drei Auswärtspleiten mussten die Reds bis zum letzten Spieltag um den Achtelfinaleinzug bangen, dank eines 1:0-Erfolgs über Napoli konnte sich der LFC aber qualifizieren.

Im Achtelfinale wartete der deutsche Rekordmeister Bayern München. Das Hinspiel in Anfield endete 0:0, doch im Rückspiel gewannen Klopps Mannen dank einer starken Leistung mit 3:1. Im Viertelfinale war der FC Porto an der Reihe und Liverpool setzte sich relativ glanzlos, aber souverän mit 2:0 und 4:1 durch.

LIVERPOOL, ENGLAND – MAY 07: Divock Origi of Liverpool scores his team’s fourth goal during the UEFA Champions League Semi Final second leg match between Liverpool and Barcelona at Anfield on May 07, 2019 in Liverpool, England. (Photo by Clive Brunskill/Getty Images)

Das Halbfinale gegen den FC Barcelona wird den Fans des LFC wahrscheinlich für immer in den Köpfen und im Herzen bleiben. Trotz starker Leistung verloren die Reds das Hinspiel im Nou Camp mit 0:3. Doch sechs Tage später zeigte Anfield seine geballte Macht und trieb das Team von Jürgen Klopp zu einer Glanzleistung an. Dank der jeweils zwei Tore von Origi und Wijnaldum siegte Liverpool mit 4:0 und zog zum neunten Mal in ein Champions-League-Finale ein.

Tottenhams Weg ins Finale: VAR-Wahnsinn und Comeback in Amsterdam

Auch Tottenham fand sich in einer schweren Gruppe mit dem FC Barcelona, Inter Mailand und dem PSV Eindhoven wieder. Die Nord-Londoner mussten ebenfalls bis zum letzten Spieltag zittern, zogen aber durch ein 1:1 gegen Barca in die KO-Phase ein.

Dort traf man mit Borussia Dortmund ebenfalls auf ein deutsches Team. Tottenham machte mit den Borussen kurzen Prozess und gewannen die Spiele mit 3:0 und 1:0. Im Viertelfinale wartete Manchester City und zur Eröffnung ihres neuen Stadions siegten die Spurs mit 1:0. In einem verrückten Rückspiel im Etihad verlor man zwar mit 3:4, doch aufgrund der Auswärtstore und einem durch VAR aberkannten City-Treffer in der Nachspielzeit zog man ins Halbfinale ein.

Gegen Ajax Amsterdam sah Tottenham zur Halbzeit des Rückspiels wie der sichere Verlierer aus. Das Hinspiel hatte man zuhause mit 0:1 verloren und in Amsterdam lagen die Spurs zur Pause mit 0:2 hinten. Doch dann kam Lucas Moura und drehte die Partie mit einem lupenreinen Hattrick und bescherte seinem Team das erste Champions-League-Finale der Vereinsgeschichte.

Viel Drama also auf beiden Seiten. Sollte das Spiel im Madrider Wanda Metropolitano auch nur annähernd an diese Spannung herankommen, so ist ein verrücktes Finale vorprogrammiert. Nach der bitteren Pleite aus dem Vorjahr hofft Jürgen Klopp aber diesmal auf ein besseres Ende für sein Team. „Wir sind sehr aufgeregt, wir wollten diese Chance nach dem, was letztes Jahr passiert ist“, erklärte er und spricht damit wohl jedem LFC-Fan aus dem Herzen.

TV Info

Das Spiel läuft in Deutschland und Österreich sowohl auf Sky als auch beim Streaming-Dienst DAZN. In der Schweiz übertragt Teleclub. Die Partie wird am Samstag um 21 Uhr angepfiffen.

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